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Ein ehrgeiziges Vorhaben: die Strada Giulia

Im Jahr 1508 begann die bewegte Geschichte der Via Giulia. Benannt ist sie nach Papst Julius II (Papa Giulio II Della Rovere), der hier ein großes Bauvorhaben startete. Er beauftragte seinen Baumeister Bramante mit der Errichtung eines riesigen Komplexes, um dort die Gerichtssäle und Notarkanzleien unterzubringen, und sein Plan war es, aus der Via Giulia ein einziges und zentrales Handelszentrum zu machen.


Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hat man alle wichtigen öffentlichen Gebäude in der Zone zwischen Via Papale und der Flussschlinge des Tibers erbaut und dort die neue Straße geplant.

Die “Sofà” in der Via Giulia

So wie in allen anderen Straßen der Altstadt findet man auch in der Via Giulia die für die römische Bauweise charakteristischen zwei- oder dreistöckigen Gebäude. Der große Meister Raffaello habe sich angeblich in genau so einem Haus niederlassen wollen, er sei jedoch gestorben, bevor er seine neue Werkstatt in dem von ihm erworbenen Haus zwischen der Via Giulia und der Via dei Cimatori beziehen konnte.

Was also ist von dem ursprünglichen Projekt von Papst Julius II noch erhalten?... unbehauene Travertin-Blöcke, die wie Sofas aussehen: die “Sofà di Via Giulia”. Sie sind die letzten Zeugnisse des Bauvorhabens von Bramante aus dem Jahr 1508.

Von Julius II bis Sixtus V, Rom im sechzehnten Jahrhundert

Der Traum von Papst Julius II sollte sich niemals verwirklichen. Sein utopischer Plan und seine Idee, den großen römischen Imperatoren nachzueifern und so wie sie das Bauwesen zu einem propagandistischen Instrument werden zu lassen, hatte nach seinem Tod keine Verfechter mehr. Sein Nachfolger Papst Sixtus V hatte ganz andere Pläne: er konzentrierte sich auf die Via Ripetta und den Piazza dell’Oro, wo er die Basilika San Giovanni dei Fiorentini errichten ließ.

Zurück zur Gegenwart

Die Via Giulia hat neben entzückenden Torbögen und schönen Geschäften auch interessante antike Mauern, Fassaden und Dächer zu bieten. Um dieses einmalige Schauspiel zu erleben, sollte man den Blick daher unbedingt nach oben richten. Starten kann man die Tour bei der Sixtusbrücke (Ponte Sisto), und wir empfehlen Ihnen, bei Alfredo eine kurze Kaffeepause einzulegen. Das ist also die Via Giulia. Ein kostbarer und vielfältiger historisch-künstlerischer Exkurs, der auf sanfte Weise die Vergangenheit begleitet und sie auch in modernen Zeiten lebendig hält.

Unterschiedliche Epochen, nie vergessene Geschichten: mit dieser Dimension der Zeit werden die Sinne der Besucher geweckt.

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